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  • Constanze Vogt

Konflikte, Kritik und Wertschätzung

Aktualisiert: Jan 3

Über miese Arbeit, Sandwich-Taktiken und Gesamtkunstwerke


In den letzten Jahrzehnten war "Feedback" ein Dauerbrenner in Managementtrainings: Wann, wo und wie man es am besten gibt, was junge und nicht mehr so junge Mitarbeiter*innen erwarten, Sandwich-Taktiken und Ich-Botschaften. Feedback-Kompetenz wurde verstanden als die Fähigkeit "richtig" Feedback zu geben.


Was häufig dabei übersehen wurde ist die Kompetenz, Rückmeldungen und Signale "richtig" anzunehmen. Vor Kurzem sagte ein Trainingsteilnehmer: "Ich nehme Feedback an. Aber nur, wenn es konstruktiv ist!" Ein mir all zu gut bekannter Satz. Sind wir mal ehrlich: Sagt jemand zu dir: "Deine Arbeit ist einfach mies.", dann krächzt und kracht das Regelwerk des Feedbackehre. Ist die Konsequenz dann, dass du dieses Feedback nicht annimmst? Macht das gar nichts mit dir? Lässt es dich kalt? Wohl kaum. Natürlich kannst du deinem Gegenüber vorwerfen, dass er oder sie kein richtiges oder konstruktives Feedback gegeben hat oder dich einfach nur schlecht fühlen. Aber was ist damit gewonnen?


In einem professionellen Umfeld geht es nicht mehr bloß um die Verantwortung im

Feedback, sondern darüber hinaus um die Kraft in der Annahme von Kritik - um den konstruktiven Dissens. Der Umgang mit Konflikten und Kritik gehört ebenso zur Reifeentwicklung wie Anerkennung und Bestätigung. Wie kann es also gelingen sich von dem destruktiven Konflikt zu lösen und sich zu bewegen hin zum lösungsorientierten, zukunftsgerichteten Zusammenarbeiten?


Zunächst einmal muss verstanden werden, dass Kritik und Konflikte immer hilfreich sein dürfen. Sie sind dann nicht mehr Wurzel von schwelenden Verstimmungen, sondern werden in der Haltung der Wertschätzung ausgedrückt und aufgefasst. Konflikt, Kritik und Wertschätzung - das klingt zunächst widersprüchlich. Es ist ein wahrer Gamechanger diese vermeintliche Widersprüchlichkeit aufzulösen und Konflikt, Kritik und Wertschätzung als unzertrennliches Gesamtkunstwerk zu begreifen. Eine positive Konflikt- und Kritikkultur pusht die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen und Ergebnissen ebenso wie die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit, der Kompetenzen und Qualitäten im Team.

Eine positive Kritik-und Konfliktkultur kann entwickelt werden mit Hilfestellungen zur Selbsterkenntnis, Verständnis der eigenen Motive und Verletzungen sowie Methodentrainings. Dazu gehört z.B. die Übung Beobachtungen und Bewertungen zu trennen. Gerade wenn wir kritisiert werden, neigen wir dazu als Erstes alle Schutzschilde zu aktivieren, zurückzufeuern oder uns getroffen zurückzuziehen. Mit Kritik konstruktiv umzugehen bedeutet die Inhalte zu trennen von dem Boten/ von der Botin, dem Kontext und der eigenen Disposition, um dann sinnige Ableitungen aus dem Dissens zu bilden.

Das Ergebnis ist eine Organisation, in der Kritik und Konflikte nicht eskalieren oder unter den Teppich gekehrt werden. Das Ergebnis ist eine Organisation, in der sich alle zu jedem Zeitpunkt auf Lösungen fokussieren, in der Innovationen entstehen und in der Zusammenarbeit immer wieder gelingt.


#Kritik #Konflikt #Wertschätzung #Gamechanger #Kultur


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