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  • Constanze Vogt

Intuition - nichts für Anfänger

Aktualisiert: 1. Okt 2019

Aufstellungsarbeit ist eine meiner liebsten Methoden, ich nenne sie meinen "Signature Move". Ich denke das liegt daran, dass ich ein Faible für Effizienz habe. Und für Wesentliches.

In Aufstellungen werden sehr schnell Beziehungen, Hemmnisse, Potenziale, Begrenzungen, Werte, Prinzipien und Chancen sichtbar, die bis dahin im Immanenten verborgen geblieben sind. Gleichzeitig findet eine körperliche Verankerung statt, die kaum zu überschätzen ist. Bei Aufstellungen geht es um Einsichten in Systeme mit dem Ziel, (Spannungs-) Felder kennenzulernen und besprechbar zu machen, die im Eisbergmodell in der Tiefe liegen und dabei hoch handlungsrelevant sind.

Hier einige Beispiele zu Organisation- und Strukturaufstellungen:


- Identität bei Neugründung oder nach Reorganisation bilden

- Kundenbeziehungen darstellen und verbessern

- Spannungsfelder zwischen Werten auflösen

- Go-to-market Strategien abwägen und bewerten

- Entscheidungen und Kompromisse verproben

- Prototypen entwerfen


Es hat sich gezeigt, dass es einen großen Bedarf gibt an Instrumenten, die es ermöglichen in vielschichtigen und dynamischen Zusammenhängen sinnvolle Ansichten zu entwickeln und effektive Lösungen zu finden. Ein wesentliches Merkmal dieser Instrumente ist der Einsatz von Intuition. Intuition ist in der VUCA Welt auf dem aufsteigenden Ast.

Ich bin Fan von Intuition. Ich bin aber auch Fan von Daniel Kahneman. Der israelisch-US-amerikanische Psychologe hat in seiner Forschung fehlerhafte Heuristiken (auch Intuition) und kognitive Verzerrungen beschrieben, die wohl den meisten bekannt vorkommen dürften. Ein Beispiel aus seinem Buch "Schnelles Denken, langsames Denken":


"Nehmen wir folgende einfache Denkaufgabe. Versuchen Sie nicht, sie zu lösen, sondern vertrauen Sie Ihrer Intuition: Ein Schläger und ein Ball kosten 1,10 Dollar. Der Schläger kostet einen Dollar mehr als der Ball. Wie viel kostet der Ball?

Ihnen fällt eine Zahl ein. Die Zahl ist selbstverständlich 10, nämlich 10 Cent."


Diese Aufgabe legt eine Antwort nahe, die intuitiv verlockend, aber falsch ist. Denn wenn der Ball 10 Cent kostet, würden die Gesamtkosten 1,20 Dollar betragen (10 Cent für den Ball und einen Dollar mehr, also 1,10 Dollar, für den Schläger – ergibt zusammen 1,20 Dollar). Folgen Sie dem logischen Denken, werden Sie darauf kommen, dass der Ball 5 Cent kostet.


Laut Kahneman braucht Intuition bestimmte Bedingungen, um ein verlässliches Werkzeug zu sein. Zu diesen Bedingungen zählen Erfahrung im konkreten Kontext und unmittelbare Rückmeldung. So können wir uns mit Kahneman einigen, dass bei einem Paar, das schon viele Jahre zusammen ist, die eine Person die Stimmung der anderen Person schon intuitiv erspüren kann, bevor diese den Raum betritt.

Wenn ich mit der Intuition von Teilnehmenden sowie auch mit meiner eigenen Intuition arbeite, ist es meine Aufgabe darauf zu achten, dass die Bedingungen für gelingende Intuition erfüllt sind. Ist dies gegeben, dann ist Intuition nicht nur ein beliebtes Tool, sondern auch ein hilfreiches und mächtiges.


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